Auswahl
Gebrauchseigenschaften
Wenn Sie sichergehen wollen, ob ein Teppichboden Ihren spezifischen Anforderungen gerecht wird, können Sie sich an den branchenüblichen Produktbeschreibungen orientieren, die auf den Ergebnissen genormter Prüfverfahren beruhen. Umgekehrt können Sie eine Produktbeschreibung für Ihre Spezifikation heranziehen.
Die Beanspruchungsklasse gibt Auskunft über die mögliche Nutzungsintensität und Verwendungsbereiche. Zusatzeignungen weisen einen Bodenbelag als geeignet für speziellere Einsätze als die Begehung aus.
Die CE-Kennzeichnung enthält Angaben zur Antistatik und zum Brandverhalten.
Darüber hinaus gibt es noch weitere Eigenschaften, die in den erwähnten Kategorien nicht erfasst sind.
Nach EN 1307 werden für Polteppiche, die eine Reihe von Grundanforderungen (z.B. Minimal-Farbechtheiten) erfüllen, die Beanspruchungsbereiche nach zwei Eigenschaften ermittelt: Verschleiß (Faserverlust bei Beanspruchung) und Aussehensveränderung bei simulierter Begehung. Das schwächere Ergebnis bestimmt die Beanspruchungsklasse.
Für den intensiv genutzten Wohnbereich oder den Objektbereich werden die Beanspruchungsklassen 22+/31 , 23/32 oder 33 nach EN1307 empfohlen, europaweit dargestellt mit folgenden Symbolen (z.B. im "Certificate of Quality" der ETG e.V.):
| gleiche Anforderungen wie Wohnbereich "normal", mittlere bis intensive Nutzung |
Objektbereich "leicht", geringe oder zeitweise Nutzung |
| gleiche Anforderungen wie Wohnbereich "stark", intensive Nutzung |
Objektbereich "normal", mittlere Nutzungsintensität |
| Objektbereich "stark", für starke Nutzungsintensität, sehr guter Aussehenserhalt bei starker Begehung |
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Verwendungsbereiche / Nutzungsintensität
Beispiele für Verwendungsbereiche (nach EN 685) sind
Wohnbereich
22+/23 Wohnräume, Eingangsflure, Esszimmer und Korridore (22+ mit geringerer Nutzungsintensität)
Objektbereich
| 31 | Hotelzimmer, Konferenzraum, kleines Büros |
| 32 | Räume wie 31 mit stärkerer Begehung sowie z.B. Klassenräume, Boutiquen |
| 33 | Räume wie 32 mit stärkerer Begehung sowie z.B. Lobby, Schalterraum, Großraumbüro, Kaufhaus, Korridor, Schule |
Achtung: Die EN 1307 Beanspruchungsklasse enthält nicht alle Informationen, die für die Nutzung wichtig sind. Mehrere wichtige Eigenschaften werden in Form von Zusatzeignungen angezeigt.
Achten Sie darauf, dass alle für Ihr Objekt wichtigen Eigenschaften ausgewiesen sind, z.B. Antistatik, Stuhlrolleneignung (Objekt oder Wohnen), Treppeneignung (Objekt oder Wohnen), Eignung für Fußbodenheizung, Schnittkanteneignung, Feuchtraumeignung, Trittschalldämmung, ggf. Schallabsorption, usw.
Die Erfüllung genormter Anforderungen wird durch folgende Standard-Symbole angezeigt:
| Antistatik: | ||
| nicht spürbare Begehaufladung |
ableitfähig | |
| Stuhlrolleneignung Objekt | ||
| Treppeneignung Objekt | ||
| schnittkantenfest |
Hinweise auf die zugrunde liegenden Prüf- und Einstufungs-Normen finden Sie unter www.floorsymbols.com.
Ab 2007 werden Gesundheits-, Sicherheits- und Energieverbrauch-relevante Produkteigenschaften von textilen, elastischen und Laminat-Bodenbelägen europaweit einheitlich gekennzeichnet, und zwar unter dem bekannten CE-Symbol:
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Die genauen Inhalte der Kennzeichnung sind in der Norm EN 14041 festgelegt. Das CE-Label textiler Bodenbeläge beinhaltet die elektrischen Eigenschaften (Antistatik) sowie die Brandverhaltensklasse nach EN 13501-1. Sofern relevant für den Bodenbelagstyp, werden im CE-Label auch Angaben zur Wärmeleitfähigkeit, zum Gleitwiderstand, zur Wasserdichtigkeit, zu Formaldehyd-Emissionen und zum Pentachlorphenol-Gehalt gemacht.
Da die CE-Kennzeichnung für drei völlig verschiedene Kategorien von Bodenbelägen konzipiert wurde, gibt es je nach Bodenbelagstyp verschiedene Eigenschafts-Kombinationen. Das Fehlen eines Prüfergebnisses bedeutet oft nur, dass bei diesem Bodenbelagstyp keine Prüfung notwendig ist. Das gilt zum Beispiel für den Gleitwiderstand textiler Bodenbeläge, welcher wesentlich höher ist als derjenige von elastischen Bodenbelägen oder Laminat. Infolge der produktspezifischen Rutschsicherheit wird kein Test durchgeführt.
Es gibt weitere Eigenschaften textiler Bodenbeläge, die weder in die EN1307 noch in die EN 14041 eingebunden sind, aber für die Nutzung durchaus wichtig sein können. Erwähnenswert sind
- Wiedererholvermögen (Bestimmung des Eindruckverhaltens unter statischer Druckbeanspruchung, "Stuhlbeintest")
- Tuftverankerung
- Delaminierung
- Schmutzabweisung
- Fleckabweisung
- VOC (volatile organic compounds, siehe Raumluftqualität)
Bei Polteppichen wird das Lisson Tretrad zur Ermittlung möglichen Gewichtsverlustes bei starker mechanischer Beanspruchung verwendet (EN 1963). Antron® Teppiche zeigen nahezu keinerlei Verschleiß. Ein korrekt gefertigter Antron® Teppich wird bei der Verschleiß-Einstufung für extreme Beanspruchung qualifiziert.
Gemäß ISO 10361 werden Teppichproben entweder nach der Hexapod- oder nach der verbreiteten Vetterman-Trommelmethode mechanisch beansprucht. Die Tests simulieren lokal starke Begehungen (Bildung von Laufstraßen). Es gibt eine Kurz- und eine Langzeitprüfung.
Die Aussehensveränderung des Pols wird visuell ermittelt (EN 1471). Aus den Ergebnissen der Kurz- und der Langzeitprüfung ergibt sich die Klasse des Aussehenserhaltes.
Im Test nach ISO 9239-1 (Radiant Panel) wird die Wärmestrahlung simuliert, welcher die Böden eines Gebäudes ausgesetzt sind, wenn sie durch Flammen und/oder heiße Gase eines Brandes erhitzt werden. Gemessen werden die Flammenausbreitung über die Zeit und die kritische Strahlungsintensität beim Erlöschen der Flammen (die Wärmeenergie für andauernde Entflammung). Nach den Ergebnissen dieses Tests sowie weiterer Prüfungen werden Bodenbeläge gemäß EN 13501-1 in Brandverhaltensklassen eingeteilt, wobei für A für den höchsten und F für den geringsten Brandwiderstand steht.
Antron® Teppiche erreichen mindestens Klasse E.
Bfl ist die höchste für textile Bodenbeläge erreichbare Klasse, während für Objekte üblicherweise Cfl gefordert wird (entspricht Baustoffklasse DIN 4102 B1). Beides ist mit Antron® Nylon im Teppich erreichbar.
Bei den Klassen A-D ist zusätzlich noch eine Angabe zur Rauchentwicklung erforderlich (Zusatz s1 oder s2). Das Brandklassen-Standardsymbol sieht folgendermaßen aus:
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Das hervorragende Wiedererholvermögen, durch welches sich Antron® Teppiche auszeichnen, wird bei der Ermittlung der Beanspruchungsklassen nach EN1307 nicht geprüft. Es gibt dafür den so genannten "Stuhlbeintest" (Bestimmung des Eindruckverhaltens unter statischer Druckbeanspruchung, mit aufeinander folgenden Phasen von Belastung und Wiedererholung). Hier wird geprüft, inwiefern die Eindruckstellen von besetzten Stühlen nach dem Verschieben wieder verschwinden.
Die Fähigkeit eines Teppichbodens, bei Einwirkung von UV-Strahlen, Nässe oder Reibung (nass und trocken) die Farbe zu bewahren.
Lichtechtheit - nach ISO 105-B02
Farben bleichen bei direkter und indirekter Lichteinwirkung. Im Test nach ISO 105-B02 werden Teppiche parallel zu einem so genannten Blaumaßstab belichtet. Das ist eine Gruppe blauer Gewebe, welche mit verschiedenen Farbstoffen gefärbt sind. Jedem Farbstoff ist eine Nummer zugeordnet. Die erreichte Note spiegelt wider, welchem Normfarbstoff der Farbverlust entspricht.
Die Note 5 wird mit "gut" und die Note 6 mit "sehr gut" übersetzt. Antron® Teppiche erreichen bei Pastelltönen eine Mindestnote von 4, bei allen anderen Farben eine Mindestnote von 5. Antron® Lumena™** Teppiche erreichen eine Mindestnote von 6.
Reibechtheit - nach EN ISO 05-X12
Reibechtheit ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber Abreiben oder "Ausbluten" (Farbübergang auf andere Textilien). Die Beurteilung erfolgt in 5 Stufen, wobei die Note 5 für höchste Reibechtheit steht. Korrekt gefertigte Antron® Teppiche erreichen eine Mindestnote von 3 ("ziemlich gut"), Antron® Lumena™** Teppiche eine Note von 5.
Antistatik / Elektrische Eigenschaften
Um zu verhindern, dass es zu schlagartigen elektrischen Entladungen kommt (subjektiv spürbar oberhalb etwa 2000 V), darf bei Begehung eines textilen Bodenbelags keine hohe Personenaufladung entstehen. Dies wird mit dem Begehtest ISO 6356 (oder EN 1815, Nachfolger von DIN 54345-2) geprüft. Personen gehen bei 25 ±3 % relativer Luftfeuchte, 23 ±1 °C mit definiertem Schuhsohlenmaterial in vorgegebener Schrittfrequenz auf 2m² Teppichboden hin und her. Über eine Elektrode in ihrer Hand wird die Personenaufladung auf ein Messgerät übertragen und bei Konstanz notiert. "Antistatisch" (Zusatzeignung nach EN 1307) ist der Teppich, wenn der Wert 2000 V nicht überschreitet.
Bei höheren Luftfeuchtigkeiten sinkt die elektrostatische Aufladung schnell ab. Bei 60% relative Luftfeuchte findet eine merkliche Personenaufladung beim Begehen nicht mehr statt.
Falls durch andere Ursachen (z. B. beim Aufstehen von einer Sitzfläche, deren Polarität stark vom Kleidungsstück abweicht) eine hohe Fremdaufladung auftritt, soll der Teppich in der Lage sein, diese innerhalb einer Sekunde auf ein nicht mehr spürbares Maß zu reduzieren. Dafür muss er Ladung ableiten können.
Nach EN 14041 wird ein textiler Bodenbelag als ableitend bezeichnet, wenn sein vertikaler oder Durchgangswiderstand 109 Ohm nicht überschreitet. ISO 10965 (früher DIN 54345-6) beschreibt die Messung dieses Durchgangswiderstandes sowie des Oberflächenwiderstandes (auch horizontaler Widerstand genannt, bei Stromfluss zwischen zwei Stellen auf der Teppichoberseite).
Bei textilen Bodenbelägen sind Widerstände von 10^8 bis 10^11 Ohm sinnvoll; niedrigere Widerstände verbessern die Leitfähigkeit nicht, sofern kein leitfähiges Schuhmaterial benutzt wird.
In Büros mit elektronischer Datenverarbeitung (PCs) sind alle Teppichböden, welche die Personenaufladung auf 2000 V beschränken, problemlos einsetzbar, weil EDV Systeme so ausgelegt sind, dass Entladungen bis 5000 V keine Störungen hervorrufen. Die 2000 V-Anforderung gilt darüber hinaus für eine relative Luftfeuchte von 25%, während in Bürobereichen aus gesundheitlichen Gründen Luftfeuchtigkeiten oberhalb 40% empfohlen sind. Eine Erhöhung der Luftfeuchte vermindert elektrostatische Aufladungen drastisch.
Nur wenn elektronische Geräte geöffnet werden, müssen wesentlich höhere Anforderungen gestellt werden, weil elektronische Bauteile bereits bei sehr geringen Entladungen Schaden nehmen können. Neben ableitfähigen Bodenbelägen mit Widerständen < 10^8 Ohm sind hier besondere Maßnahmen erforderlich wie leitfähiges Schuhwerk und Erdung von Personen über Armbänder. Für diese Spezialanwendungen gibt es sogar leitfähige Bodenbeläge mit maximal 10^6 Ohm Durchgangswiderstand.
Am verlegten Objekt kann nach DIN 54 345 Teil 6 der Erdableitwiderstand bestimmt werden (der Widerstand zwischen Teppichoberseite und Erde), welcher während der Nutzungsphase ausschlaggebend ist. Ein TFI-Forschungsprojekt hat gezeigt, dass dieser Erdableitwiderstand ohne besondere Verlegemaßnahmen bei Bodenbelagsflächen ab 8-10 m² gleich dem Oberflächenwiderstand ist. Das bedeutet, dass die Personenentladung auf einer Ladungsverteilung über die gesamte Teppichoberfläche beruht. Eine vertikale Ableitung zum Untergrund ist nicht erforderlich.
Wenn vertikale Ableitung gewünscht ist, z.B. bei Teppichfliesen, muss zusätzlich zu den leitfähigen Filamenten im Teppichpol und der horizontalen Leitschicht auch noch der Zweitrücken leitfähig gemacht werden.
Antron® Nylon enthält zarte, leitfähige Nylonfasern, die während der Lebensdauer eines Teppichs weder brechen noch durch Oberflächenreaktionen unwirksam gemacht werden können. Diese Antistat-Fasern halten Begehungen aus sowie jede Art von Reinigung, einschließlich wiederholter Sprühextraktionsreinigungen. Solange die horizontale Leitschicht im textilen Bodenbelag intakt bleibt (bei getufteten Teppichböden der leitfähige Vorstrich, welcher die leitfähigen Filamente der gesamten Teppichfläche verbindet, so dass Ladung verteilt werden kann), bleibt die antistatische Wirkung des Neuzustandes unverändert erhalten (permanente Antistatik). Oberflächliche Antistat-Ausrüstungen hingegen wirken bei Neuware, können aber bei Reinigung oder Begehung abgetragen werden.
Antron® Lumena™** und Antron® Legacy™*** Teppichböden sowie Antron® Teppiche mit DuPont™ Teflon® carpet protector Ausrüstung zeichnen sich durch exzellente Schmutzabweisung und Reinigungsfähigkeit aus.
Voraussetzungen dafür sind die besonderes dichte Molekularstruktur der Polyamid 6.6 Faser (Polymereigenschaft), spezielle Querschnitte und die patentierte Teflon® carpet protector Schutzausrüstung.
Schmutzabweisung und Reinigungsfähigkeit können mit verschiedenen Methoden geprüft werden. Dabei sind die Ergebnisse stark von Faktoren wie Farbgebung, Musterung und Struktur abhängig.
Die Fleckabweisung von Antron® Lumena™** Teppichböden und Antron® Teppichen mit Teflon® carpet protector verhindert, dass Flecksubstanzen, vornehmlich Farbstoffe aus Speisen und Getränken, mit der Faser reagieren und unerwünschte bleibende Verfärbungen im Teppich hinterlassen. Hartnäckige Flecken wie von heißem Kaffee, Tee oder Rotwein lassen sich nahezu rückstandsfrei entfernen, siehe "Pflegehandbuch für Teppichboden" bzw. "Antron® Teppichfaser mit Teflon® Ausrüstung".
Der Fleckschutz ist dauerhaft integriert. Die Fleckanfälligkeit gegen saure Lebensmittelfarbstoffe kann nach ISO 13750 (resp. AATCC Test Method 175-2003) geprüft werden. Bei diesem so genannten Kool-Aid Test wird der Lebensmittelfarbstoff Food Red 40 eingesetzt.
Unter - "www.gut-ev.de" informiert die GuT (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden) über die Voraussetzungen und Mindestanforderungen für ihr Gütesiegel:
- Umweltfreundliche Produktion
- Gesundheitliche Unbedenklichkeit (Schadstoffprüfung, Emissionsprüfung)
- geringer Neugeruch von Teppichböden
Folgen Sie dem Link für weitere Informationen zum Thema Teppichböden und Raumluftqualität.
Antron® Qualitätssicherungsprogramm
Alle Arten von Antron® Fasern und -Teppichen durchlaufen spezielle Prüfungen, welche gute Qualität und Gebrauchseigenschaften sicherstellen.
Alle Teppichböden mit dem Markennamen Antron® müssen spezielle Qualitätsstandards erfüllen hinsichtlich:
- Polschichtgewicht*
- Antistatik
- Aussehenserhalt
- ggf. Wirksamkeit der Teflon® carpet protector Schutzausrüstung
* Gewicht der Pol- oder Florfasern über Grund, die vom Teppich abgeschoren werden können (in g/m²).
** Früher Antron® Excel SC.
*** Früher Antron® Excel.
